Mein neuer XDA Diamond: Der iPhone-Killer?
In meinem letzten Beitrag habe ich über den beschwerlichen Weg, an meinen neuen XDA Diamond zu kommen, berichtet. Hier schiebe ich einen kurzen Testbericht hinterher.
Bislang bin ich mit dem Gerät ja superzufrieden und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass der in der Presse oft als iPhone-Killer bezeichnete XDA Diamond das beste Handy ist, welches ich je hatte. Trotzdem gibt es natürlich auch hier das ein oder andere Haar in der Suppe. Gerade wenn man zum Vergleich ein iPhone heranzieht…Technisch basiert der XDA Diamond von o2 auf dem HTC Diamond. Verändert wurden von o2 sowohl das Gehäuse als auch die Software. Der rückwärtige Teil des o2-Geräts ist ein flacher, mattschwarzer Deckel. Er ist mit einer griffigen, gummiartigen Oberfläche mit Aluminiumeinsatz bezogen. Das sieht etwas gediegener als der in edelsteinförmigen Facetten geformte Deckel des HTC Geräts.
Die Software wurde bis auf kleinere Anpassungen unverändert gelassen, allerdings wurde der wunderschöne, schwarze HTC-Skin der TouchFlow 3D Oberfläche von o2 blau gefärbt. Das sieht nicht zwingend schlecht aus, wirkt aber bei weitem nicht so edel wie der originale Skin. Glücklicherweise kann man dieses Manko schnell beheben und eine Software einspielen, die den originalen Skin wiederherstellt.
Genug der Äußerlichkeiten, werfen wir doch mal einen Blick auf die inneren Werte. Hier muss man einfach sagen, dass es schon unglaublich ist, was HTC aus einem Windows Mobile Professional 6.1 zaubert. Die TouchFlow 3D Oberflläche läßt sich bequem mit dem Finger bedienen und macht den (vorhandenen) Stylus in 95% aller Fälle überflüssig. Dabei sieht sie auch noch sexy aus: Die Animationen wirken unglaublich gut und alle Elemente wurden offensichtlich mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Auch in Punkto Usability gibt es nichts zu meckern: Vieles, was zuerst nach Eyecandy aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick als Vereinfachung der Bedienung. Allzuoft beschleicht einen aber das Gefühl, dass sich die HTC-Ingeneure ein wenig zu ausgiebig vom Bedienkonzept das iPhones haben inspirieren lassen. Na gut: "Learn from the best"!
Der eingebaute Opera 9.5 Mobile Brower ist seinem Safari-Pendant im iPhone in der Bedienbarkeit und Darstellung ebenbürtig, im Hinblick auf die Geschwindigkeit des Seitenaufbaus wird das iPhone klar übertroffen. Auch die verglichen mit dem iPhone höhere Auflösung von 640×480 Pixeln trägt – trotz des etwas kleineren Bildschirms – ihr übriges dazu bei. Dem Zwei-Finger-Zoom des iPhones stellen die HTC-Ingenieure ein stufenloses Touch-Scrollrad entgegen. Auf die weiteren Applikationen gehe ich nicht im Detail ein, allerdings sind diese funktional (bis hin zum onscreen Keyboard) ebenfalls stark ans iPhone angelehnt. Vor allem der eingebaute MP3-Player ist ein Schmuckstück seiner Art: Er verfügt über alle Features, die man auch von einem ausgewachsenen Standalone-Player erwarten könnte und ist dabei optisch ansprechend. Zudem kommt auch hier bei der Bedienung das TouchFlow-Konzept voll zum tragen. Auch Google Maps kommt dank des integrierten GPS Senders gleich eine ganze Ecke nützlicher daher.
Wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten. Nun, viel Schatten gibt es beim XDA Diamond erstaunerlicherweise nicht, aber auf einige Schönheitsfehler möchte ich doch eingehen.
Zum einen wäre da der Akku: Nach zwei Tagen durchschnittlicher Benutzung ist Aufladen angesagt, bei sparsamer Benutzung kann man den Gang zur Steckdose noch einen weiteren Tag hinauszögern. Wer allerdings (wie anfangs ich) die ganze Zeit mit dem Gerät herumspielt, bekommt schon Nachmittags Akku-Warnungen zu Gesicht. Mal sehen, ob sich das verbessert wenn der Akku erst ausreichend konditioniert worden ist.
Der zweite große Negativpunkt: Die Performance! Ab und an stockt eine Animation oder man wartet ein paar Sekunden bis eine Anwendung geladen oder geschlossen wurde. Hier rächt sich, dass die schöne Oberfläche letztendlich doch nur ein Aufsatz auf das zugrunde liegende Windows Mobile ist. Zwar hatte ich das iPhone nur eine Viertelstunde in der Hand, aber solche Ruckler sind mir dort nicht aufgefallen; alles wirkte eine (vielleicht nur subjektive) Ecke "runder". Um fair zu bleiben: Die Animationen des Diamonds sind auch nahezu perfekt, lediglich in einem Seite-an-Seite Vergleich kann man diese Beobachtung machen.
Weitere kleine Mängel im Überblick: Der interne 4GB Speicher ist nicht erweiterbar, und ab und an schimmern doch noch lieblose Windows Mobile Benachrichtigungen oder Dialoge durch. Außerdem sind manche Dialoge arg unübersichtlich, wenn das eingeblendete Keyboard zwei Drittel des Bildschirms einnimmt. Auch die integrierte 3 Megapixel Kamera ist dank des fehlenden Fotolichts trotz Autofokus wohl eher als Spielzeug zu betrachten.
Alles in allem ist das XDA Diamond ein fast perfekter Multimedia-PDA, mit dem man auch telefonieren kann. Dem iPhone erweist sich das Gerät als ebenbürtig: Zwar fehlt die Hype-Aura des iPhones, dies wird aber durch die größere Funktionalität von Windows Mobile wett gemacht. Begehrliche Blicke zieht auch das XDA Diamond auf sich. Die ultrakompakte Bauform macht das Diamond zu meinem ständigen Begleiter, der endlich alles hat, was ich mir von einem digitalen Gadget wünsche.
Wer das Gerät in Aktion sehen möchte, sollte einen Blick in den HTC Channel auf YouTube werfen.
10. August 2008 um 23:08
sieht schon sehr gut aus, aber der preis schockt dann schon noch etwas :( aber das video macht schonmal lust drauf..
11. August 2008 um 13:13
Hallo,
schöner realistischer Artikel.
Falls jemand noch einen neuen (nur ausprobierten) XDA Diamond haben möchte, für 399@ VB ist er zu haben.
19. August 2008 um 23:14
kann mir jemand verraten wie ich das o2 touchflow
in das schwarze htc touchflow änder?
20. August 2008 um 06:46
Such auf xda-developers.org mal nach “TF3D Config”, Du findest ein Thema zum Tool samt Skins.
20. August 2008 um 19:12
Hallo, bin heut zum ersten mal auf diesen blog gestoßen und muss sagen, dass ich den richtig klasse finde!
hab eine frage, dass “xda diamond” hat doch kein “richtiges” eingabefeld oder? es geht doch nur über eine integrierte tastatur im bildschirm oder?
21. August 2008 um 06:40
Die Hörer-Taste, Home, zurück und das Rad sind echte Hardware. Der Rest wird auf dem Touchscreen eingeblendet.
21. August 2008 um 10:27
Die Tastatur braucht meiner Meinung nach niemand. (Es sei denn man schreibt sehr viel mit dem XDA – Ich bevorzuge da einen PC)
Was jedoch unbedingt zur Grundausstattung gehören sollte sind folgende Programme:
1. Microsoft VoiceCommand (damit kann man ohne anlernen per Sprache das gerät bedienen z.B. Anrufen, Musik wiedergeben lassen, Systeminfos abfragen) Ein wirklich gutes Programm, das beste Spracherkennungsprogramm überhaupt.
2. AE Button. Hiermit kann man den Hardwaretasten mehrere Funktionen zuweisen (z.B. Einfachklick = Standartfunktion, Doppelklick = Navi starten, Dreifachklick = Bluetooth ein/aus, Lange halten = VoiceCommand starten.
Meint Magnus
3. Oktober 2008 um 13:19
Bei Magnus habe ich etwas über die Tastenbelegung gelesen, womit ich Schwierigkeiten habe – also bitte um Hilfe: Die Einstellung Tasten lässt nur “Taste 1″ zu – welche ist dies? von Mehrfachbelegung habe ich auch nichts gefunden – ist AE Button ein Zusatzprogramm? Wäre echt wichtig für mich, da ich beim Telefon oft in Kalender und in Kontakte wechseln muß – und das geht umständlich – Danke für Hilfen !!
7. Oktober 2008 um 14:29
Hallo,
zum wechseln zwischen Anwendungen (und schließen von Anwendungen) nutze ich den VITO TaskSwitcher. Der ist zwar sehr einfach gehalten, aber deshalb auch absolut zuverlässig.
Als Button-Mapper nutze ich AE Button Plus.
Das sind beides Zusatzprogramme, aber absolut empfelenswert. (genau so wie VoiceCommand)
Die original Tastenzuweisung (Taste lang halten) nutze ich für VoiceCommand, der Taskmanager wird mittels AE Button durch langes drücken des OK Buttons aktiviert.
Gruß
Magnus
7. Oktober 2008 um 22:28
Hi! Du hast von ner Software geschrieben, die das blaue o2-TouchFlow 3D wieder ins Original zurück wandelt. Kannst Du mir vielleicht sagen, wo ich die finden kann? Wäre echt nett, wenn Du mir helfen könntest
13. Oktober 2008 um 08:56
AE Button ist eine kostenlose Zusatz-Software die man u.a. im XDA-Developers Forum findet. Anonsten bezeichnet die Taste 1 wohl den linken Softkey, also den linken Menüeintrag der unteren Windows-Leiste.
13. Oktober 2008 um 13:26
Danke. AE Button habe ich probiert und bin mit den Zuordnungen nicht klar gekommen. Taste 1 funktioniert nirgends – stelle mich blöd an oder es geht wirklich nicht.
25. Oktober 2008 um 19:59
[...] Was kommt mit Abstrichen in Frage? Das iPhone hat auch in der neuen Version noch einige Macken. Ansonsten ist es gut bedienbar und schick sowieso. Das HTC Touch Diamond ist ganz hübsch und funktional, aber Windows Mobile mag ich nicht und die Akkulaufzeit scheint wirklich schlecht zu sein. [...]
Quelle: http://www.dead-pixel.de/wer-baut-mir-mein-traumhandy/
31. Oktober 2008 um 09:49
Hallo Andreas,
AE-Button starten, die zu belegende Taste auswählen, unten auf den grauen kasten tippen, AE-Button zuweisen, die Art wie gedrückt wird angeben (Einfach, doppelt, etc) Funktion auswählen oder Programm welches gestartet werden soll.
Ist doch ganz einfach.
Gruß
Magnus
31. Oktober 2008 um 20:43
Danke Magnus ! P.S. Da ich sowieso nicht der Surver bin habe ich mich für das iLauncher entschieden, das mir sehr schnell und dank neuer großer Button gut Zugang zu allen Programmen bietet. Neue Funktionen die gleich nach Antippen eine Telefonnummer anwählen oder gleich in den Kalender mit offener Eingabemaske gehen, helfen mir sehr. Hier gibt es auch einen Button, der den etwas schwierig zugänglichen Aus-Knopf ersetzt – super. Und schick finde ich die Oberfläche auch. Bei den direkt startenden excel Tabellen ist drunter sogar der Name angezeigt. Also nochmals Danke für Deine Hilfe.