KDE 4.3: Eine Beta zum verlieben
Im Januar habe ich noch von der damals noch kurz vor der Veröffentlichung stehenden Version 4.2 des KDE-Desktops für Linux geschwärmt. Nun ist die erste Betaversion der kommenden Version 4.3 erschienen, welche ich natürlich sogleich einer Probefahrt unterziehen musste. Mein erster Eindruck: Wow!
Das Update war (wie immer) schmerzlos: Einfach die neuen Paketquellen eintragen und fertig.
Direkt nach dem Update springt einem das neue Plasma-Theme "Air" ins Auge, welches einen hellen Kontrast zum bislang sehr dunkel gehaltenem KDE-Desktop bildet. Interessant ist der Ansatz, dass die Widget-Hintergründe zufällig eingestreute Kreismuster erhalten. Das sieht sehr chic aus, ist aber bestimmt nicht jedermanns Geschmack.
Viel eher stoßen da bestimmt da die zahllosen neuen Features und Verbesserungen auf Zustimmung, von welchen ich nun einige wahllos und ohne Anspruch auf Vollständigkeit aufliste.
Das in der Vorversion vollständig überarbeitete Benachrichtungssystem wurde nochmals schwer aufgebohrt: Die Nachrichten-Stapel gruppieren nun Mitteilungen, fassen laufende Vorgänge zusammen, blenden Zusatzinformationen auf Wunsch ein- oder aus und erfüllt so ziemlich jeden Wunsch, den man an Mitteilungen stellen kann.
Das Ordneransicht-Plasmoid öffnet nun Unterordner in neuen Layern, wenn man die Maus darüber verweilen läßt (sichtbar im Screenshot). Eine sinnvolle und intuitive Funktion für schnelles Nachschlagen im Dateisystem. Ergänzt wird dies von einem bunten Strauß neuer Plasmoids, von denen sich die Todo-Verwaltung "Remember The Milk" als nützlicher Helfer erweist.
Dolphin hat einige grafische Verbesserungen (Thumbnailansicht von Unterordnern) erfahren, und auch die Kontaktliste des Messengers Kopete läßt sich nun flexibler den eigenen Vorlieben anpassen. Das Krunner-Interface wurde dahingehend überarbeitet, dass die angebotenen Aktionen übersichtlicher und mit mehr Details dargestellt werden – gute Idee! Der Systemabschnitt der Kontrollleiste wurde komplett neu implementiert und erlaubt nun neben den Sichtbarkeitseinstellungen einzelner Icons auch Richtlinien für Applikations-Typen.
Wie erwähnt waren das nur ein sehr kleiner Teil der Neuerungen; Eine vollständigere Liste findet sich hier.
Ich möchte nicht verschweigen, dass die Beta noch einige "rauhe Kanten" wie bspw. ein beim rumspielen recht absturzgefährdetes Plasma hat. Doch meisst werden die gröbsten Schnitzer mit den nächsten Betas und Release-Candidates erfahrungsgemäß ausgebügelt. KDE for teh win!