KDE 4.4 auf der Zielgeraden

Gerade ist der 2. Release-Kandidat der KDE Software Compilation 4.4 erschienen. Ich spare mir an dieser Stelle die für mich überaus üblichen Lobhymnen, in denen ich nicht müde werde zu betonen, wie chic, funktional und sowieso toll diese freie Desktop-Umgebung doch ist. Vielmehr möchte ich Euch anhand eines positiven Beispiels ermuntern, bei der Verbesserung von KDE durch gute Bug-Reports zu helfen und zu zeigen, wie unmittelbar KDE-Entwickler an der Fehlerbeseitigung bis zum finalen Release arbeiten.
 
Auch wenn KDE Benutzer dem semantischen Unterbau Nepomuk wegen seines Ressourcenhungers oft noch skeptisch gegenüberstehen, hat dieser sich in Version 4.4 sehr zum positiven Entwickelt. Mit einer Einschränkung: Die Dolphin-Anbindung an den Suchdienst funktioniert bei vielen Benutzern nicht; es wird einfach nichts gefunden. Ich hatte mir nun die Zeit genommen, einen ordentlichen Bug Report im KDE Bugtracker zu schreiben, der direkt auch von anderen Benutzer kommentiert wurde. Ergänzend hatte ich einige Fehlerausgaben von Dolphin hinzugefügt. Binnen weniger Tage meldete sich der zuständige Entwickler und postete Anleitungen, dem Problem auf den Zahn zu fühlen. Leider führten diese Fehlersuchen nicht wirklich weiter, so dass ich mich entschloss den zuständigen Entwickler direkt per IRC zu kontaktieren. Erwartungsgemäß fand ich ihn im Kanal #nepomuk-kde. Gemeinsam suchten wir den Fehler: Er gab mir mögliche Fehlerquellen, die ich auf meinem System untersuchte bis wir schließlich einen fehlerhaften Suchpfad als Ursache ausmachten. Schnell schrieb er einen Patch, , den ich auf die KDE Quelldateien anwendete. Nun kompilierte ich einige KDE Komponenten neu um den Patch im Einsatz zu testen. Und siehe da: Der Fehler war behoben! Wenige Minuten später war der Patch ins KDE Versionierungssystem übermittelt und wird somit Bestandteil des finalen Releases Anfang Februar sein.

Gerne stimme ich dem Einwand zu, dass man technisch versiert sein muss, um mit einem Entwickler auf solch eine Fehlersuche zu gehen und das Ergebnis zu testen. Allerdings finde ich es beeindruckend, dass überhaupt die Möglichkeit dazu gegeben ist. Versucht diese Interaktion mal mit einem Fehler, der Euch in einem Microsoft-Produkt nervt! Oder habt ihr etwa schonmal eine Antwort auf einen automatisierten Fehlerbericht erhalten? ;-)


 
 
 

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